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Alter als Chance: Europäische Innovationspartnerschaft einigt sich auf neue Maßnahmen

Brüssel, 9. November 2011 Am vergangenen Montag einigte sich die Lenkungsgruppe der Europäischen Innovationspartnerschaft für Aktivität und Gesundheit im Alter in Brüssel auf gemeinsame Maßnahmen im Zuge des gesellschaftlichen Wandels durch eine alternde Bevölkerung in Europa. Die Pilotgruppe besteht aus 30 Vertretern des Gesundheitswesens und des sozialen Bereichs, von Unternehmen, der Zivilgesellschaft und Behörden und wurde im Mai 2011 eingesetzt. Deutschland wurde durch Bundesbildungsministerin Annette Schavan und den heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Wolfram Kuschke vertreten.

Im verabschiedeten strategischen Durchführungsplan hat die Gruppe vorrangige Maßnahmen dargelegt, mit denen auf die Herausforderung des Alterns mit Innovation reagiert werden soll. Übergeordnetes Ziel ist dabei, zu gewährleisten, dass die EU-Bürgerinnen und Bürger bis 2020 im Durchschnitt zwei Jahre länger aktiv und gesund leben können. Der Durchführungsplan ist der erste Schritt in Richtung auf dieses Ziel; er konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: Vorbeugung, Versorgung und Behandlung sowie unabhängiges Leben.

Es wurden fünf Einzelmaßnahmen festgelegt, die im nächsten Jahr eingeleitet werden sollen:
  • innovative Wege, um dafür zu sorgen, dass Patienten die ihnen verschriebenen Arzneimittel auch einnehmen – eine konzertierte Aktion in mindestens 30 europäischen Regionen,

  • innovative Lösungen, um bei älteren Menschen Stürzen vorzubeugen und Frühdiagnosen zu fördern,

  • Zusammenarbeit, um altersbedingten funktionellen Defiziten und Gebrechlichkeit vorzubeugen, unter besonderer Berücksichtigung von Mangelernährung,

  • Verbreitung und Förderung erfolgreicher innovativer Modelle für die integrierte Versorgung älterer Menschen, die unter chronischen Erkrankungen leiden, beispielsweise durch Fernüberwachung. Die Maßnahmen sollen in einer ganzen Reihe von EU-Regionen getroffen werden;

  • Verbesserung der Übernahme von miteinander kompatiblen IKT-Lösungen für unabhängiges Leben durch globale Standards, damit ältere Menschen länger unabhängig, mobil und aktiv bleiben können.

Darüber hinaus werden die Vernetzung und der Know-how-Transfer zum Thema Innovation für altersgerechte Gebäude, Städte und Umgebungen fortgesetzt.

"Ich habe mich im Rahmen der Lenkungsgruppe insbesondere dafür eingesetzt, einen sozialräumlichen Ansatz mit kommunaler und regionaler Beteiligung zu verfolgen. Alle Maßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn wir sie dort verankern, wo die Menschen leben", ergänzt Wolfram Kuschke.